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Rom ist eine Zivilisation in Civilization VI.

Römische Städte Bearbeiten

Hintergrund Bearbeiten

Ob man nun glaubt, dass Rom um 750 v. Chr. von Romulus und Remus, von trojanischen Flüchtlingen oder einem Haufen dreckiger Barbaren gegründet wurde, die zufällig einen netten Hügel mit Frischwasserquelle in der Nähe entdeckt hatten - alle Wege führten sprichwörtlich in diese Stadt. Bald fanden die Patrizier heraus, dass die Plebejer durch Brot und Spiele von den ernsteren Angelegenheiten des Lebens abgelenkt werden konnten - bis heute eine Binsenweisheit - und die Republik wurde zur Diktatur und später zum Imperium. Rom war der Grundstein der westlichen Zivilisation und viele seiner Traditionen (gute wie schlechte) haben sich bis heute gehalten.

Der römischen Legende nach wurde Rom von den Zwillingsbrüdern Romulus und Remus gegründet, Söhne des Gottes Mars und einer menschlichen Königstochter. Die Kinder wurden bei ihrer Geburt ausgesetzt, aber von einer Wölfin gerettet, die sie stillte und großzog. Als sie erwachsen waren, gründeten die beiden Söhne eine neue Stadt, gerieten aber in Streit darüber, wer der Herrscher sein sollte (manchen Gerüchten zufolge ging es um die Höhe einer Mauer). Romulus gewann die Auseinandersetzung: Er tötete seinen Bruder und wurde zum ersten König Roms. Diese Geschichte von Aussetzung, Wölfin und Mord könnte einiges von Roms folgender Geschichte erklären.

Roms strategische Lage machte es zu einem beliebten Angriffsziel für seine Nachbarn. Zwei Jahrhunderte lang musste sich die Stadt Angriffen der Etrusker und Sabiner erwehren, die sich letztlich beide ergaben und Rom Kultur, Religion, Wohlstand und natürlich Land brachten - eine Blaupause für die Errichtung des Römischen Reiches.

Der letzte römische König war der Sage nach ein brutaler Tyrann - der schreckliche Tarquinius Superbus. Er wurde gestürzt, nachdem sein Sohn eine tugendhafte Adlige vergewaltigt hatte. Moderne Historiker glauben, dass die Wahrheit wesentlich prosaischer ist: Laut einer aktuellen Theorie wurde Rom von den Etruskern erobert, die den römischen König verbannten. Bevor sie jedoch ihren eigenen Monarchen einsetzen konnten, zwangen äußere Umstände sie, die Stadt zu verlassen. Als die Römer dann feststellten, dass es ihnen ohne König besser ging, verzichteten sie darauf, Tarquinius wieder in sein Amt zu berufen und gründeten eine Republik, die sich grob (sehr grob) am griechischen Modell orientierte (wobei die Griechen selbst auch nicht sehr demokratisch waren).

Die politische Struktur war recht verwickelt, aber die frühe Form sah in etwa so aus: Rom wurde von zwei Konsuln regiert, die für die Rechtsprechung und die Militärführung verantwortlich waren und dieselbe Macht besaßen. Die beiden Konsuln wurden jährlich von der Comitia Centuriata gewählt - dem römischen Heer. Um in Zeiten der Gefahr eine einheitliche Führung zu gewährleisten, bestand für die Konsuln die Möglichkeit, einen "Diktator" als obersten Befehlshaber zu bestimmen. Der zweite Machtblock in der römischen Regierung war der Senat. Er bestand aus etwa 300 Männern aus den führenden römischen Familien. Der Theorie nach war der Senat ein rein beratendes Organ, tatsächlich hatte der Senat aber enorme politische Macht (weil seine Mitglieder allesamt unfassbar reich waren) und die Versammlungen leisteten seinen "Ratschlägen" so gut wie immer Folge. Die Römische Republik wurde - ob im Guten oder im Schlechten, sei dahingestellt - zum Vorbild für die meisten Republiken, die ihr nachfolgten.

Während des Großteils ihrer Geschichte befand sich die Römische Republik mit einem oder mehreren ihrer Nachbarn im Krieg, da sie fortwährend ihr Gebiet erweiterte - und das auf Kosten anderer, weniger effizienter Königreiche. Beinahe alle dieser Bemühungen wurden im Jahr 390 v. Chr. zunichte gemacht, als ein gallischer Stamm die viel gepriesenen römischen Armeen besiegte und die Stadt einnahm ... was nicht das letzte Mal war, dass ein Haufen unkultivierter Barbaren auf den Straßen der ewigen Stadt wandeln sollte. Rom brauchte beinahe ein halbes Jahrhundert, um sich von dieser vernichtenden Niederlage zu erholen. Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. beherrschte die Republik jedoch den Großteil Mittelitaliens und besaß latinische Kolonien, die sich weit nach Norden und Süden ausbreiteten. Nebenher gingen die Arbeiten am unvergleichlichen Straßennetzwerk weiter, das das wachsende Imperium miteinander verband, und Rom war im Begriff, seine erste Flotte zu bauen - gerade rechtzeitig, um gleich wieder auf den Grund des Mittelmeers versenkt zu werden.

Während Roms Macht wuchs, kam es zu Konflikten mit anderen regionalen Reichen, die genauso danach strebten, die größten Störenfriede zu werden. Darunter war zum Beispiel Karthago, eine ehemalige Kolonie der Phönizier, die sich an der Nordküste Afrikas in Tunesien befand. Zu diesem Zeitpunkt hatte Karthago ein mächtiges Schiffsimperium, das weite Teile Nordafrikas westlich von Ägypten, die Küstengebiete Spaniens und Frankreichs sowie Sizilien, Sardinien und Korsika abdeckte. Rom und Karthago führten drei "Punische Kriege" um die Herrschaft über das westliche Mittelmeer (264-146 v. Chr.). Als sich der Staub gelegt hatte, waren - trotz des brillanten Hannibal, des Mutes der karthagischen Seeleute und des Scharfsinns der Politiker - Karthago und all seine Besitztümer im Schlund des baldigen Römischen Reiches verschwunden.

Obwohl Rom weiter expandierte und überall im Mittelmeer Kriege führte, kehrten im 1. Jahrhundert v. Chr. zehntausende entlassener Soldaten als normale Bürger aus dem Ausland zurück. Für diese ehemaligen Soldaten gab es jedoch nicht genug Arbeit, vor allem deshalb nicht, weil Rom mit Sklaven aus Überseekolonien förmlich überschwemmt wurde. Um als Konsul gewählt werden zu können, mussten die römischen Politiker diese ehemaligen Soldaten beschwichtigen, woraufhin es zu einer populistischen Politik kam und die politischen Machtkämpfe an Schärfe zunahmen. Nun war es klar, dass der über Rom herrschen würde, der die Loyalität der unzufriedenen Armee kaufen konnte. Im Jahr 62 v. Chr. einigten sich drei Männer darauf, die Macht unter sich aufzuteilen. Dieses "erste Triumvirat" bestand aus Gnaeus Pompeius dem Großen, dem Senator Marcus Crassus sowie einem unbedeutenden General aus reicher Familie mit dem Namen Julius Cäsar.

Diese Männer hatten dasselbe Interesse zur Zusammenarbeit und Kooperation, wie es der durchschnittliche Killerhai besitzt, und nach Crassus' Tod in der Schlacht gingen Cäsar und Pompeius aufeinander los. Cäsar marschierte schließlich mit seinen ergebenen Legionen auf Rom zu, woraufhin der Senat die Flucht aus der Stadt ergriff. Im Jahr 49 v. Chr. konnte Cäsar so widerstandslos in Rom einmarschieren. Unter dem Deckmantel der Republik wurde Julius zum De-facto-Diktator. Er verlieh sich selbst die Macht, alle Senatoren selbst einzusetzen, und veränderte die Verfassung so, dass die Versammlungen nur über Kandidaten und Gesetze abstimmen durften, die er eingereicht hatte. Im Jahr 44 v. Chr. wurde er von Senatsmitgliedern ermordet, die die Nase von seinen Kapriolen voll hatten. (Auch Julius' Affäre mit "der Hexe" Kleopatra und dem sich daraus ergebenden Skandal für das Volk waren ihm nicht gerade dienlich.)

Nach Cäsars Tod verbündete sich sein Offizier Marcus Antonius mit Marcus Lepidus und Cäsars Neffen Gaius Octavius, um Cäsars republikanische Attentäter zu besiegen. Doch dabei traf Antonius durch Julius - der mit seiner Hilfe das Ägyptische Reich wiederauferstehen lassen wollte - auf Kleopatra und ihren Sohn. Kurz danach zerstritten sich die Mitglieder des Zweiten Triumvirats untereinander und Kleopatra, Cäsars Sohn, Antonius und viele andere starben. Octavius - jetzt bekannt als "Augustus" - wurde zum unangefochtenen und dauerhaften Alleinherrscher Roms, obwohl die Gefahr für Rom lange vorbei war. Die Römische Republik war tot, aber das Römische Reich war gerade erst geboren. Die Welt würde vor all seiner Macht und Herrlichkeit bald schon erzittern.

In den nächsten vier Jahrhunderten wurde Rom von Diktatoren regiert, die den Titel "Cäsar" trugen, um an den Ursprung ihrer Macht zu erinnern. Die lange Liste der Herrscher umfasst fähige (Tiberius, Vespasian, Hadrian), brillante (Trajan, Mark Aurel, Konstantin), solche, die keines von beidem waren (Otho, Pertinax, Balbinus und noch zahlreiche andere) und einfach nur niederträchtige (Caligula, Nero, Commodus usw.). Einige herrschten sehr lange - Theodosius II. hält mit 48 Jahren den Rekord - während andere nur einige Monate (oder sogar Tage) an der Macht blieben. Viele von ihnen starben an Bleivergiftung durch die Klingen der Prätorianergarde. All das wurde noch durch Rebellionen, Aufstände, Kriege und den immerwährenden Kampf gegen die Barbaren an den Grenzen verschärft.

Trotz all dieser widrigen Umstände schafften es die Römer, einige der langlebigsten Arbeiten der gesamten Zivilisationsgeschichte hervorzubringen. Römische Kunst und Literatur waren dem sklavischen Plagiarismus griechischer Werke endlich entwachsen: Die Satire (etwas, das die Griechen nicht schätzten) ist beispielsweise eine römische Erfindung und die römischen Skulpturen, Fresken, sowie die Landschaftsmalerei (ebenfalls eine römische Erfindung) übertrafen alles bisher Dagewesene. Römische Beiträge zur Architektur sind unter anderem Bogen, Gewölbe und Kuppel und einige römische Aquädukte, Brücken und Gebäude stehen noch heute. Wohlhabende Römer wurden die weltweit ersten Touristen, als sie Reisen nach Ägypten, Griechenland und Persien unternahmen und die dortigen Bauwerke und Ruinen bewunderten, wobei sie jedoch keine Parallelen zu ihrer Heimat zogen. Wer zu Hause in Rom blieb, ließ sich von blutigen Veranstaltungen im Kolosseum und Wagenrennen im Circus Maximus unterhalten - gelegentlich gab es auch Kreuzigungen an der Via Appia zu sehen, um keine Langeweile aufkommen zu lassen.

In der Blütezeit unter Trajan reichte das Imperium vom schottischen Flachland bis in die maurischen Berge des Euphrats und zum Rhein. Rom selbst war die weltgrößte Metropole, in der Schätzungen zufolge zwei Millionen Menschen lebten. Der Handel erstreckte sich bis in römische Gebiete in Afrika, Gallien, Skandinavien und das weit entfernte Indien - den Überblick behielt man durch vereinheitlichte Gewichts- und Längenmaße, die man mit dem römischen Abakus berechnete, der perfekt an das römische Zahlensystem angepasst war. Mit fortschreitender Dauer des Imperiums wurde dank der römischen Vorliebe für Organisation beinahe alles standardisiert.

Es war eine gute Zeit, um Römer zu sein.

Doch im 3. Jahrhundert n. Chr. begann der Zerfall. Die Verwaltung wurde aufgrund der damaligen Kommunikationsstruktur zu schwerfällig, um auf Krisen reagieren zu können, und so teilte im Jahr 285 Kaiser Diokletian das wuchernde Reich in eine West- und eine Osthälfte, die von Byzanz aus regiert wurde und einen "zweiten" Kaiser erhielt, der im Namen des ersten Kaisers in Rom handeln sollte. Das recht nüchterne Christentum strömte in das eigentlich religiös tolerante Rom. Kaiser Theodosius I. machte es dann allerdings zur Staatsreligion und so weiteten sich die durch Intoleranz entstandenen Risse in der Sozialstruktur. Die mittlerweile technisch versierteren Barbaren begannen damit, an den Rändern des Imperiums zu zerren, und zudem bestand immer die Gefahr, dass sich die Römer per Aquädukt eine Bleivergiftung einfingen.

Die Ursachen für Roms Untergang werden wohl nie ganz geklärt werden, doch die letzten Jahre des Weströmischen Reiches waren von unfähigen Herrschern, Aufständen und Barbarenüberfällen in das Herz des römischen Gebiets geprägt. Im Jahr 410 wurde Rom selbst von den Streitkräften Alarichs eingenommen, einem König der Westgoten. Die Vandalen überrannten Afrika und mehrere Provinzverwalter Roms spalteten sich vom Reich ab, um ihre eigenen Herrscherträume zu verwirklichen. Am Ende fiel der germanische Odoaker, der zuvor römischer General gewesen war, in die Stadt ein, setzte Romulus Augustulus ab, schickte die Reichskleinodien nach Byzanz und setzte sich selbst als neuer König Italiens ein. Das "Licht Roms" war verloschen, doch sein Schatten fällt noch immer auf Europa und darüber hinaus.

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